Offene Seminare, Workshops und Vorträge

Fokus Medienresilienz - Auftaktveranstaltung am 8. September

Vorträge und Podiumsdiskussion zum Thema: „Souveräne Mediennutzung – klar! Aber wie?“

 „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ So steht es in Artikel 2 II des Grundgesetzes. Die Entwicklungen der Digitalisierung waren zum damaligen Zeitpunkt nicht vorhersehbar, körperliche Unversehrtheit und Freiheit der Person schienen klar definierbar zu sein. Was bedeutet das jedoch in Zeiten der Digitalisierung? Und was müssen wir tun, damit heute und in Zukunft die Chancen die Risiken überflügeln?  

 

Kurzbeschreibung:

Einführung in den neuen Fokus Medienresilienz mit Vorträgen und Podiumsdiskussion

Dauer:

08.09.2017, 17:30-20:15 Uhr

Zielgruppe:
Jedermann/-frau
Leitung:

Dr. med. Manfred Nelting, Gründer und Senior der Gezeiten Haus Gruppe

Sabria David, Gründerin des Slow Media Instituts

Inhalte:

„Souveräne Mediennutzung – klar! Aber wie?“

Vorträge und Moderation:
Sabria David, Gründerin und Leiterin Slow Media Institut
Dr. Manfred Nelting, Facharzt für Allgemeinmedizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Gründer der Gezeiten Haus Gruppe

Podiumsdiskussion mit: 

Dr. Dr. Reinhard Arndt, Chefarzt der Kinder- und Jugendklink auf Schloss Eichholz
Katja Dörner, MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen
Dr. Ulrike Hein-Rusinek
, Fachärztin für Innere Medizin und Betriebsmedizin, Redaktion ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Michael Herth, Berater für Politische Kommunikation, YouTube-Journalist
Johannes Seiler, Pädagoge und ehemaliger Schulleiter

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes konnten damals die Entwicklungen der Digitalisierung natürlich nicht vorhersehen. Körperliche Unversehrtheit und Freiheit der Person schienen klar definierbar zu sein.

Die Digitalisierung findet in ungebremster Beschleunigung statt und ergreift alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche. Grenzen, Werte und Verantwortung sind der Technologie nicht immanent. Dies bleibt den Menschen als Einzelne und der Gesellschaft als Ganzes überlassen. Dabei ist die Steuerungskompetenz der einzelnen Menschen sehr unterschiedlich, die Steuerungskompetenz der Gesellschaft erscheint sehr unzureichend und läuft der Entwicklung hinterher.

Wie können wir als Menschen in digitalen Zeiten glücklich sein und gut leben? In welcher digitalen Gesellschaft wollen wir leben? Es ist an der Zeit, Antworten auf diese Fragen zu finden und Fortschrittskompetenz zu entwickeln. Der „Fokus Medienresilienz“ ist ein Schritt dazu. Er verbindet die Erkenntnisse der Medizin mit denen der Mediennutzungsforschung. Dabei geht es nicht um eine Verteufelung digitaler Techniken, sondern um einen gesunden und guten Weg, diese zu nutzen und sich den digitalen Fortschritt auf konstruktive Weise zu eigen zu machen. Das Geheimnis liegt dabei in dem Wechsel von einer reflexhaften hin zu einer reflektierten Nutzung.

Die [heutige] Hirn- und Zellforschung lehrt uns, dass Risiken der Digitalisierung, z. B. bei Fehlnutzung von digitalen Medien, im Körper und in den Zellen Schäden anrichten können. Dies findet insbesondere dann statt bzw. potenziert sich, wenn Menschen in Überforderung, Erschöpfung und Burn-out sind und zudem im Falle solcher Belastungen von Eltern die Ausbildung einer sicheren Bindung der Kinder behindert wird. Dann bildet sich z.B. in der Kleinkinderzeit der sogenannte Präfrontale Kortex (Hirnregion), der primäre Impulse kontrolliert und balanciert, vielfach geringer aus und kommt nicht zu vollem Potential (u.a. Entwicklung von Suchtgefährdung). Auf Zellebene können sich die stressempfindlichen Telomere, die Polkappen der Chromosomen, verkürzen, was unter anderem die Gesundheits- und Lebenserwartung einschränkt. Das kann man sicherlich nicht mehr körperliche Unversehrtheit nennen. Hier müssen wir konkret und kraftvoll handeln.

Die Freiheit der Person ist ebenfalls nicht mehr ausreichend geschützt. Der permanenten konsumptiven Verführung, dem digitalen Narrativ vom großen Glück durch sofortige Befriedigung ohne Aufschub, sind viele Menschen (zunehmend Kinder) aufgrund vielfach fehlender Selbststeuerung schutzlos ausgeliefert. Soziale Nötigung in sozialen Medien, Normierungsdruck, die „Gefahr“ der Verpassens und Vergessen/Verlassenwerdens bewirken bei vielen einen Zwang zur Teilnahme und Akzeptanz dieser Standards einer digitalen Welt.

Dabei bietet die Digitalisierung große Chancen für ein menschenwürdiges, kreatives Leben. Wenn wir diesen Schatz heben wollen, müssen wir allgemein die Entwicklung der Fähigkeit zu souveräner Mediennutzung verbessern. Die Gesellschaft und der Staat müssen die Zusammenhänge und das Risikopotential in der Digitalisierung verstehen und den Schutz der Menschen, insbesondere der kleinen Kinder, vor einer digitalen Überwältigung gewährleisten und vor allem damit beginnen. So steht es im Grundgesetz. Es handelt sich um eine Aufgabe höchster Priorität!

Wir vom Fokus Medienresilienz wollen mit dieser Veranstaltung zum Handeln animieren, dabei in der Podiumsdiskussion ganz konkrete Handlungsoptionen anbieten und herausarbeiten. An der Podiumsdiskussion nehmen Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen teil, ein Stuhl auf dem Podium kann dabei immer wieder von einem Teilnehmer aus dem Publikum besetzt werden zur kreativen Beteiligung an der Diskussion. Bringen Sie etwas Zeit mit!

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter akademie@gezeitenhaus.de .

Ort:

Gezeiten Haus Akademie
Urfelder Str. 221
50389 Wesseling

Kosten:
kostenlos
Teilnehmerzahl:
Anmeldung:
Rücktritt:
Dozenten:
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Sabria David

SEMINARE, VORTRÄGE, BERATUNG

    • Forschung und Beratung zum digitalen Wandel
    • Gründerin Slow Media Institut
    • Autorin
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Dr. med. Manfred Nelting

VORTRÄGE, BERATUNG

    • Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
    • Facharzt für Allgemeinmedizin
    • Autor